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Humanoide Roboter: Warum die Welt gerade wieder „Auto“ lernt – nur dieses Mal mit Armen, Augen und KI

Humanoide Roboter: Warum die Welt gerade wieder "Auto" lernt - nur dieses Mal mit Armen, Augen und KI

Eyroq – Humanoide Roboter – Warum die Welt gerade wieder Auto lernt

Es gibt Momente in der Technikgeschichte, die klingen erst wie Science-Fiction und wirken dann plötzlich so banal wie ein Parkticket. Der humanoide Roboter ist genau solch ein Moment. Noch vor wenigen Jahren standen diese Maschinen vorwiegend auf Messen, winkten freundlich, sagten „Hello“ und sahen dabei aus, als hätten sie zu früh zu viel Espresso bekommen. Heute beginnt sich das Bild zu drehen: Humanoide Roboter tauchen in Fabriken auf, werden in Pflegekontexten getestet und werden von Staaten, Konzernen und Start-ups gleichzeitig als nächste strategische Plattform behandelt, so wie einst das Auto, der Computer oder das Smartphone.

Und genau hier wird es spannend, und politisch, und wirtschaftlich, und menschlich. Denn der humanoide Roboter ist nicht „nur“ ein neuer Roboter. Er ist ein Wissenstransfer-Projekt der Superlative. Er zwingt Länder dazu, eine Frage neu zu beantworten, die wir aus dem Fahrzeugbau und der Elektronikindustrie nur zu gut kennen: Wie wandert Technologie eigentlich wirklich von A nach B – durch Patente, durch Produktion, durch Menschen, durch Preisdruck, durch Kooperation? Und wer lernt am Ende schneller: der, der erfindet, oder der, der industrialisiert?

Die neue Weltkarte der humanoiden Robotik: Wer rennt warum los?

Die globale Entwicklung wirkt derzeit wie ein Rennen, bei dem die Ziellinie noch gar nicht festgelegt ist. In den USA treiben Firmen wie Figure AI den Ansatz voran, humanoide Roboter direkt in realen Produktionsumgebungen zu testen. Figure AI berichtet über eine elfmonatige Erprobung bei BMW in Spartanburg, bei der der Roboter „Figure 02“ nach Angaben des Unternehmens an der Produktion von 30.000 Fahrzeugen mitwirkte und damit nicht mehr nur „Demo“, sondern „Industriealltag“ berührt.

China wiederum baut an Skalierung, Lieferkettenstärke und staatlich orchestrierter Ordnung. Besonders symbolisch ist die Einrichtung eines humanoiden Standardisierungsgremiums durch das chinesische MIIT mit 65 Mitgliedern, darunter Vertreter großer Tech- und Robotikakteure. Wer Standards setzt, setzt häufig auch die Spielregeln für Märkte und damit indirekt für die globale Wertschöpfung.

Und Europa? Europa sitzt mitten im Spannungsfeld: technologisch stark, industrienah, aber oft vorsichtig bei radikaler Skalierung. Gleichzeitig kommt aus Europa eine Idee, die zur humanoiden Robotik passt wie die Hand zum Werkzeug: Industrie 5.0 als menschenzentrierte, nachhaltige und resiliente Fortschrittslogik, nicht Technik als Selbstzweck, sondern Technik als Erweiterung menschlicher Fähigkeiten und gesellschaftlicher Stabilität.

Warum „Humanoid“ kein Gimmick ist, sondern eine Produktionsphilosophie

Warum überhaupt humanoid? Warum nicht einfach spezialisierte Roboterarme und fahrende Plattformen? Die gibt es doch längst, und sie sind gut. Genau das ist der Punkt: Humanoide Roboter sind keine Antwort auf „Roboter können nichts“. Sie sind eine Antwort auf „Unsere Welt ist für Menschen gebaut“.

Treppen, Türen, Griffe, Werkbänke, Wagen, Leitern, Schalter, Schutzkleidung, Standardprozesse, die gesamte Industrie, aber auch Pflege, Logistik und Haushalt sind um menschliche Körperlogik herum entworfen. Ein humanoider Roboter verspricht deshalb etwas Verführerisches: weniger Umbau der Welt, mehr Anpassung der Maschine an die Welt. Wenn das klappt, es entsteht nicht nur Automatisierung, sondern auch Elastizität. Ein Roboter, der nicht nur einen Handgriff perfekt kann, sondern viele halbwegs gut und täglich besser.

Genau hier kommt der nächste Hebel ins Spiel: Lernfähigkeit, Daten, Training im Feld. Was beim Auto die Plattform war, ist hier die Lernarchitektur. Und damit sind wir beim Kern unseres Serienfokus: Wissenstransfer.

Wissenstransfer, China und Deutschland: Die unbequeme Frage nach dem „Wie“ statt dem „Wer ist schuld“

Im Westen ist das Standardnarrativ oft schnell zur Hand: „China kopiert.“ Man kann darüber empört sein oder neugierig. Denn wenn man es nüchtern betrachtet, ist der Mechanismus komplexer, unbequemer und lehrreicher. Technologietransfer passiert selten wie ein Diebstahl im Dunkeln. Häufig passiert er im Licht der Produktionshallen, in den Excel-Tabellen der Einkaufsabteilungen und in den stillen Nebenabsprachen, an die man sich später nicht mehr so genau erinnern möchte.

Diese Überlegungen treffen einen Nerv, gerade deshalb, weil er nicht nur Anklage ist, sondern auch Selbstkritik erlaubt. Da ist erstens die direkte Kopie: Produkte werden gekauft, zerlegt, analysiert und als verwandte Version wieder auf den Markt gebracht. Das ist die klare, juristische Problemzone. Aber damit erklärt man nicht die ganze Dynamik.

Da ist zweitens der Transfer durch Produktion selbst: Wer in einem Land fertigt, übergibt nicht nur Teile, sondern Wissen. Materiallisten, Fertigungstoleranzen, Prüfprozesse, Maschinenparameter, Lieferantenlogik. Gerade im Fahrzeugbau war das über Jahre Teil des Geschäftsmodells: Marktzugang gegen lokale Fertigung, oft in Joint-Venture-Strukturen. Das Problem beginnt dort, wo man so tut, als ließe sich Produktion vom Wissen abtrennen. Das ist ungefähr so realistisch wie „Kochen ohne Rezept, aber bitte nicht abschauen“.

Und da ist drittens ein besonders brisanter Mechanismus: der Transfer durch ökonomischen Druck. Wenn Einkaufskonditionen Margen zerquetschen, Qualität gleichzeitig hochbleiben muss und Abnahmemengen nicht verlässlich sind, entsteht ein Umfeld, in dem „Kooperation“ irgendwann wie ein moralischer Luxus wirkt. Der Rohentwurf nennt das „Notwehr“, ein hartes Wort, aber als Denkfigur interessant: nicht weil es Rechtsverstöße rechtfertigt, sondern weil es zeigt, wie ökonomische Architektur Verhalten formt. Wenn Planungssicherheit fehlt, wachsen Parallelmärkte, Überproduktion sucht Wege, und plötzlich entstehen Produkte, die „fast original“ sind, manchmal aus Fabriken, die ursprünglich das Original produziert haben.

Wenn man diesen Mechanismus verstanden hat, sieht man humanoide Robotik mit anderen Augen. Denn wir stehen wieder am Anfang einer Plattformindustrie, in der sich entscheidet, wer nicht nur erfindet, sondern industrialisiert, und welche Spielregeln dabei gelten.

China: Skalierung als Strategie – und die ehrliche Zahl, die entzaubert

Ein häufiges Missverständnis: China sei bei humanoiden Robotern „schon überall“. In Wahrheit ist vieles noch Pilotphase. Ein konkretes Beispiel: UBTech gilt als Vorreiter. Gleichzeitig zeigen aktuelle Berichte, wie früh die Phase tatsächlich ist. UBTech plante demnach, bis Ende 2025 rund 500 humanoide Roboter für industrielle Nutzung auszuliefern und will 2026 die Produktion deutlich hochfahren; zugleich wird über sinkende Kosten pro Jahr gesprochen.

Diese Zahl ist entzaubernd und genau deshalb wichtig. Sie sagt: Wir sind nicht in der „Roboter übernehmen alles“-Gegenwart. Wir sind in der „Industrie testet, lernt, skaliert“-Gegenwart. Und in genau dieser Phase entscheidet sich, wer Standards setzt, wer Lieferketten kontrolliert, wer Trainingsdaten bekommt, wer die robustesten Aktuatoren baut, wer Batterien und Motoren zuverlässig produziert, wer Sicherheitsnormen definiert und wer das Ganze am Ende bezahlbar macht.

Dass China parallel Standards institutionalisiert, passt dazu wie die Schraube zur Mutter. Wer ein Standardisierungsgremium mit Branchen- und Wissenschaftsvertretern aufstellt, signalisiert: Das ist kein Bastelprojekt. Das ist nationale Industriepolitik.

USA: Die Wette auf das Feldexperiment – „Bring den Roboter dahin, wo es weh tut“

Die US-Logik wirkt im Vergleich: schneller in realen Umgebungen, mehr Risiko, mehr Storytelling, und selten mehr Realität, als Kritiker erwarten. Die BMW/Figure-Kooperation könnte deshalb ein Kandidat für reale Taktzeiten, reale Störungen, reale Qualitätsanforderungen sein. Figure beschreibt eine schrittweise Inbetriebnahme bis zum Einsatz an einer aktiven Linie. BMW kommuniziert das als Test für die Produktion der Zukunft, äussert sich aber auch teilweise kritisch über die Erfahrungen aus diesem Projekt.

Man kann bei innovativen Projekten über PR-Anteile diskutieren, aber der methodische Punkt bleibt: Wer im Feld trainiert, sammelt Lernmaterial, das kein Labor simulieren kann. Genau das ist eine Parallele zum autonomen Fahren: Nicht die schönste Demo gewinnt, sondern das System, das im Regen, im Schichtwechsel, im Ausnahmefall stabil bleibt.

Europa und der Eyroq-Fokus: Lernen beginnt bei Wahrnehmung – nicht bei Marketing

Hier wird die Brücke zu Eyroq und zur Expertise von Dr. Andreas Krensel spannend. Denn wenn humanoide Roboter und intelligente Systeme wirklich in die Welt kommen sollen, reicht „Rechenpower“ nicht. Dann braucht es Wahrnehmung, Kontext, Anpassung, und zwar auf eine Weise, die nicht nur technisch, sondern menschlich kompatibel ist.

Krensel kommt aus einer Denktradition, die in der Robotik oft unterschätzt oder erst gar nicht wahrgenommen wird: Biologie als Bauplan für Robustheit. Wahrnehmung ist kein Kamerabild. Wahrnehmung ist Interpretation unter Unsicherheit. Genau das ist der Alltag jeder Maschine in der realen Welt: wechselndes Licht, spiegelnde Flächen, verdeckte Objekte, Nässe, Nebel, Lärm, Stress. Wenn man Maschinen beibringen will, „sicher“ zu handeln, muss man ihnen beibringen, unter schlechten Bedingungen sinnvoll zu erkennen, so wie Menschen es tun.

Dass diese Perspektive nicht theoretisch ist, zeigt ein aktueller Blick auf die Marktentwicklung: Omdia betont, dass humanoide Robotik trotz der Dynamik noch in frühen Stadien ist, oft Proof-of-Concept – und großflächige Implementierung noch Zeit benötigt. Gleichzeitig werden Prognosen genannt, die von wachsenden Stückzahlen in den nächsten Jahren ausgehen, was den Druck auf solide Wahrnehmung und robuste Systeme erhöht.

Und genau hier liegt die Chance für Teams wie Eyroq: nicht nur „auch ein humanoider Roboter“, sondern ein Ansatz, der Lernen, Wahrnehmungsmodelle, reale Umgebungslogik und menschenzentrierte Industriekonzepte zusammendenkt. Also nicht nur Industrie 4.0 als Vernetzung, sondern Industrie 5.0 als Verantwortung und Zusammenarbeit.

Die kritische Kernfrage: Was wiederholt sich gerade aus dem Fahrzeugbau – und was ist dieses Mal anders?

Die Geschichte aus dem Fahrzeugbau lehrt: Wer produziert, lernt. Wer unter Preisdruck produziert, lernt manchmal schneller und bricht eines Tages aus dem Zulieferstatus aus. China hat genau das im Automotive-Bereich vorgemacht: vom verlängerten Werkbank-Image hin zu eigenen Marken, eigener Batteriekompetenz, eigener Plattformstrategie. Ob man das politisch mag oder nicht: Als industrieller Mechanismus ist es nachvollziehbar.

Die humanoide Robotik ist nun eine neue Bühne für den gleichen Mechanismus, nur noch komplexer. Denn hier geht es nicht nur um Blech, Motor und Software, sondern um das Zusammenspiel aus Körper, Wahrnehmung, Sprache, Greifen, Sicherheitslogik und Echtzeitlernen. Das ist Wissensökonomie in Bewegung. Die Frage ist nicht „Wer kopiert?“, sondern: Wer baut die Lernschleifen so, dass Fortschritt fair, sicher und langfristig stabil bleibt?

Ein hoffnungsvoller Ausblick – ohne Naivität: Die humanoide Revolution als Test unserer Reife

Vielleicht ist die eigentliche Pointe: Humanoide Roboter zeigen weniger, wie „menschlich“ Maschinen werden, sondern wie erwachsen unsere Industrieentscheidungen sind. Werden Standards zum Schutz und zur Interoperabilität genutzt oder als Machtinstrument? Wird Preisdruck so gestaltet, dass Kooperation möglich bleibt, oder so, dass er Reaktanz und Schattenmärkte erzeugt? Nutzen wir Wissenstransfer als Partnerschaft oder als kurzfristige Ausbeute?

Wenn Industrie 5.0 ernst gemeint ist, dann ist der humanoide Roboter nicht die Maschine, die uns ersetzt, sondern die Maschine, die uns zwingt, bessere Regeln zu bauen: für Qualität, Fairness, Nachhaltigkeit, Sicherheit und menschliche Würde in Arbeitswelten. Und vielleicht ist das die neue Tür, die jede industrielle Revolution am Ende geöffnet hat: nicht nur neue Technik, sondern neue Formen des Zusammenlebens mit dem, was wir erschaffen.

Die nächsten Überlegungen müssen deshalb dorthin gehen, wo es richtig knistert: Welche Länder sind bei humanoiden Robotern wirklich vorn und warum? Wer hat die stärkeren Lieferketten, wer die besseren Daten, wer die mutigeren und bezahlten Testfelder, wer die klügeren Standards? Und was können Unternehmen daraus lernen?

Autor: Dr. Andre Stang
Geschäftsführer Eyroq AI GmbH

Autorenprofil:
Dr. Andre Stang ist Geschäftsführer der Eyroq AI GmbH in Deutschland und zählt zu den profilierten Köpfen im Bereich künstliche Intelligenz und menschenzentrierter Technologieentwicklung. Er verbindet technologische Exzellenz mit strategischem Denken und verantwortungsvoller Innovationsführung. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung intelligenter Systeme, die wirtschaftlichen Nutzen mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden.

Die eyroq s.r.o. mit Sitz in Uralská 689/7, 160 00 Praha 6, Tschechien, ist ein innovationsorientiertes Unternehmen an der Schnittstelle von Technologie, Wissenschaft und gesellschaftlichem Wandel. Als interdisziplinäre Denkfabrik widmet sich eyroq der Entwicklung intelligenter, zukunftsfähiger Lösungen für zentrale Herausforderungen in Industrie, Bildung, urbaner Infrastruktur und nachhaltiger Stadtentwicklung.

Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Verbindung von Digitalisierung, Automatisierung und systemischer Analyse zur Gestaltung smarter Technologien, die nicht nur funktional, sondern auch sozialverträglich und ethisch reflektiert sind.

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eyroq s.r.o.
Radek Leitgeb
Uralská 689/7
160 00 Prag
+370 (5) 214 3426
https://eyroq.com/ 

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